Sonnabend, 22. Februar 2020, 19:30 Uhr - Elbphilharmonie Hamburg - Kleiner Saal

Catoire-Ensemble

Das Catoire-Ensemble spielt in der Elbphilharmonie
Catoire-Ensemble

„Spätromantische Klavierquintette“

 

Anna Zassimova (Klavier), Svetlin Roussev (1. Violine), Daniel Austrich (2. Violine), Julien Heichelbech (Viola),

László Fenyo (Violoncello)

 

 

Wer Brahms liebt, wird Tanejew nicht minder schätzen. Als russischer Brahms apostrophiert, setzte Sergei Tanejew mit dem viersätzigen Klavierquintett von 1910 einen Meilenstein. Gleichrangig das weniger ausladende Quintett von Georgi Catoire mit seinem versonnenen Schluss, entstanden am Vorabend des 1. Weltkrieges. Anton Webern schrieb sein Quintett im Jahr 1907 an der Schwelle zu seiner atonalen Periode. Der hochexpressive Einzelsatz ist ein künstlerisches Dokument des Abschieds von der spätromantischen Epoche. Die fünf brillanten Musiker des Catoire-Ensembles heben an diesem Abend wahre Schätze der Kammermusik.

 

Anna Zassimova ist nicht nur international gefeierte Solistin und Kammermusikpartnerin, sondern auch promovierte Musikwissenschaftlerin. Die aus Moskau stammende Pianistin, die auch an der Musikhochschule Karlsruhe unterrichtet, gilt mit Recht als intime Kennerin von Leben und Schaffen ihres russischen Landsmannes Georgi Catoire, dessen Werk sie regelmäßig und weltweit in Ihre Konzerte integriert. In der Elbphilharmonie debütierte sie im September 2018.

 

Svetlin Roussev war Preisträger bei der Indianapolis Violin Competition, dem Long Thibaud Wettbewerb und der Sendai International Violin Competition. Im Jahr 2000 wurde er Konzertmeister des Orchestre d’Auvergne und wechselte 2005 in gleicher Position zum Orchestre Philharmonique de Radio France. Parallel dazu wirkte er zwischen 2007 und 2016 als Konzertmeister des Seoul Philharmonic Orchestra. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit, die auch den kammermusikalischen Bereich abdeckt, ist er Violinprofessor am Pariser Konservatorium und künstlerischer Direktor sowie Artist in residence des Sofia Philharmonic Orchestra. Seit 2016 ist der Bulgare Konzertmeister des in Genf ansässigen Orchestre de la Suisse Romande. Er spielt auf einer Stradivari-Violine aus dem Jahr 1710 mit dem Beinamen "Camposelice", die ihm von der Nippon Music Foundation zur Verfügung gestellt wird.

 

Daniel Austrich, der in seiner Geburtsstadt St. Petersburg, in Deutschland und den USA ausgebildet wurde, feiert mittlerweile Erfolge in Städten wie New York, Washington, Houston, Moskau oder Tokio. Er ging als Preisträger aus Paganini und Sarasate Wettbewerben hervor und unterrichtet seit 2015 an der Musikhochschule Köln. In der jüngster Zeit ist Daniel Austrich zunehmend als Dirigent tätig.

 

Julien Heichelbech wurde nach dem Studium in Karlsruhe als 1. Solo-Bratschist ans Nationaltheater Mannheim verpflichtet, wirkte aber auch bei den großen Orchestern in München, Leipzig, Dresden, Frankfurt, Stuttgart, Köln und Hamburg. Eine Dozententätigkeit an den Musikhochschulen in Freiburg und Mannheim ergänzen die künstlerischen Aktivitäten des Elsässers.

 

László Fenyő ist seit dem Gewinn des Internationalen Pablo Casals Wettbewerbs in Kronberg (2004) als Cellist weltweit gefragt. Konzertauftritte führten ihn in fast alle Länder Europas, aber auch nach Südamerika, Neuseeland und China. Als Professor leitet er eine Cello-Klasse an der Musikhochschule Karlsruhe.

 

Programm:

 

Anton von Webern (1883-1945): Klavierquintett (1907)

Georgi Catoire (1861-1926): Klavierquintett op. 28

Sergej Tanejew (1856-1915): Klavierquintett op. 30

 


Sonntag, 5. April 2020, 19:30 Uhr - Elbphilharmonie Hamburg - Kleiner Saal

Klavierabend

Kadri-Ann Sumera

Die Pianistin Kadri-Ann Sumera
Kadri-Ann Sumera

 Nordischer Ton"

Klaviermusik aus Estland von der Spätromantik bis zur Gegenwart

Musik bestimmt die estnische Volksseele wie keine andere Kunstform. Die estnischen Lieder- und Tanzfeste - man denke auch an die „Singende Revolution“ - wurden 2003 von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt.

Die Entwicklung einer eigenständigen Komponistenschule setzt in Estland mit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein. Als ihr Begründer gilt Heino Eller, der in Tallinn und Tartu mehrere Komponisten-Generationen prägte. Neben Arvo Pärt zählen Eduard Tubin, Lepo Sumera und Jaan Rääts zu seinen bedeutendsten Schülern. Als Väter der estnischen Kunstmusik sind weiter Rudolf Tobias, der seine letzten Jahre in Berlin verbrachte, und Maart Saar zu nennen. Ester Mägi ist die wohl bedeutendste Komponistin Estlands im 20. Jahrhundert. 

Kadri-Ann Sumera, die ihr Studium an der Estnischen Musikakademie begann und an der Musikhochschule Köln abschloss, ist eine der gefragtesten  Pianistinnen Estlands. Ihr Repertoire reicht vom Barock bis zu zeitgenössischer Musik. Sie hat mehrere ihr gewidmete Kompositionen uraufgeführt und Schlüsselwerke des 20. Jahrhunderts (Messiaen, Cage, Stockhausen) in ihrem Land zur Erstaufführung gebracht. 2000/2001 war sie DAAD-Stipendiatin in Deutschland. 2004/5 nahm sie an der Internationalen Akademie des Ensemble Modern in Frankfurt teil. Als Solistin hat sie u.a. mit Orchestern wie dem Estnischen Staatlichen Symphonieorchester (Leitung Arvo Volmer) oder der Dresden Sinfonietta (Milko Kersten) gespielt. Im Jahr 2015-16 wirkte sie an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt.
Nachdrücklich setzt sie sich für die Musik ihres Vaters, Lepo Sumera, ein. Die Künstlerin hat zahlreiche Aufnahmen für den Estnischen Rundfunk gemacht und ist Gründerin des Ensemble Neue Musik Tartu.

www.kadriannsumera.eu

 

Programm:

 

Arvo Pärt (*1935): Für Alina (1976)                     

Erkki-Sven Tüür (*1959): Sonate (1985)

Ester Mägi (*1922): Drei Meeresbilder (1961) 

Kristjan Kõrver (*1976): Einladung zum Tanz (2001)                               

Maart Saar (1882-1963): Auswahl aus 24 Preludes (1908)           

Rudolf Tobias (1873-1918): Sonatine op. 12 (1912)                 

Heino Eller (1887-1970): Die Glocken (1929)                       

Eduard Tubin (1905-1982): Ballade auf ein Thema von M. Saar (1945)     

Lepo Sumera (1950-2000): Pardon Fryderyk (1980); Klavierstück (1981)

 

Das Konzert wird unterstützt von der Deutsch-Estnischen Gesellschaft Lüneburg