Catoire-Ensemble

Das Catoire-Ensemble spielt in der Elbphilharmonie
Catoire-Ensemble

„Spätromantische Klavierquintette“

 

Anna Zassimova (Klavier), Svetlin Roussev (1. Violine), Daniel Austrich (2. Violine), Julien Heichelbech (Viola),

László Fenyo (Violoncello)

 

 

Wer Brahms liebt, wird Tanejew nicht minder schätzen. Als russischer Brahms apostrophiert, setzte Sergei Tanejew mit dem viersätzigen Klavierquintett von 1910 einen Meilenstein. Gleichrangig das weniger ausladende Quintett von Georgi Catoire mit seinem versonnenen Schluss, entstanden am Vorabend des 1. Weltkrieges. Anton Webern schrieb sein Quintett im Jahr 1907 an der Schwelle zu seiner atonalen Periode. Der hochexpressive Einzelsatz ist ein künstlerisches Dokument des Abschieds von der spätromantischen Epoche. Die fünf brillanten Musiker des Catoire-Ensembles heben an diesem Abend wahre Schätze der Kammermusik.

 

Anna Zassimova ist nicht nur international gefeierte Solistin und Kammermusikpartnerin, sondern auch promovierte Musikwissenschaftlerin. Die aus Moskau stammende Pianistin, die auch an der Musikhochschule Karlsruhe unterrichtet, gilt mit Recht als intime Kennerin von Leben und Schaffen ihres russischen Landsmannes Georgi Catoire, dessen Werk sie regelmäßig und weltweit in Ihre Konzerte integriert. In der Elbphilharmonie debütierte sie im September 2018.

 

Svetlin Roussev war Preisträger bei der Indianapolis Violin Competition, dem Long Thibaud Wettbewerb und der Sendai International Violin Competition. Im Jahr 2000 wurde er Konzertmeister des Orchestre d’Auvergne und wechselte 2005 in gleicher Position zum Orchestre Philharmonique de Radio France. Parallel dazu wirkte er zwischen 2007 und 2016 als Konzertmeister des Seoul Philharmonic Orchestra. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit, die auch den kammermusikalischen Bereich abdeckt, ist er Violinprofessor am Pariser Konservatorium und künstlerischer Direktor sowie Artist in residence des Sofia Philharmonic Orchestra. Seit 2016 ist der Bulgare Konzertmeister des in Genf ansässigen Orchestre de la Suisse Romande. Er spielt auf einer Stradivari-Violine aus dem Jahr 1710 mit dem Beinamen "Camposelice", die ihm von der Nippon Music Foundation zur Verfügung gestellt wird.

 

Daniel Austrich, der in seiner Geburtsstadt St. Petersburg, in Deutschland und den USA ausgebildet wurde, feiert mittlerweile Erfolge in Städten wie New York, Washington, Houston, Moskau oder Tokio. Er ging als Preisträger aus Paganini und Sarasate Wettbewerben hervor und unterrichtet seit 2015 an der Musikhochschule Köln. In der jüngster Zeit ist Daniel Austrich zunehmend als Dirigent tätig.

 

Julien Heichelbech wurde nach dem Studium in Karlsruhe als 1. Solo-Bratschist ans Nationaltheater Mannheim verpflichtet, wirkte aber auch bei den großen Orchestern in München, Leipzig, Dresden, Frankfurt, Stuttgart, Köln und Hamburg. Eine Dozententätigkeit an den Musikhochschulen in Freiburg und Mannheim ergänzen die künstlerischen Aktivitäten des Elsässers.

 

László Fenyő ist seit dem Gewinn des Internationalen Pablo Casals Wettbewerbs in Kronberg (2004) als Cellist weltweit gefragt. Konzertauftritte führten ihn in fast alle Länder Europas, aber auch nach Südamerika, Neuseeland und China. Als Professor leitet er eine Cello-Klasse an der Musikhochschule Karlsruhe.

 

Programm:

 

Sergej Tanejew (1856-1915): Klavierquintett op. 30

Anton von Webern (1883-1945): Klavierquintett (1907)

Georgi Catoire (1861-1926): Klavierquintett op. 28; Poème op. 34 Nr. 2 f. Klavier

 

 


Sonntag, 5. April 2020, 19:30 Uhr - Elbphilharmonie Hamburg - Kleiner Saal

Klavierabend

Die Pianistin Kadri-Ann Sumera
Kadri-Ann Sumera

 Nordischer Ton"

Klaviermusik aus Estland von der Spätromantik bis zur Gegenwart

Musik bestimmt die estnische Volksseele wie keine andere Kunstform. Die estnischen Lieder- und Tanzfeste - man denke auch an die „Singende Revolution“ - wurden 2003 von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt.

Die Entwicklung einer eigenständigen Komponistenschule setzt in Estland mit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein. Als ihr Begründer gilt Heino Eller, der in Tallinn und Tartu mehrere Komponisten-Generationen prägte. Neben Arvo Pärt zählen Eduard Tubin, Lepo Sumera und Jaan Rääts zu seinen bedeutendsten Schülern. Als Väter der estnischen Kunstmusik sind weiter Rudolf Tobias, der seine letzten Jahre in Berlin verbrachte, und Maart Saar zu nennen. Ester Mägi ist die wohl bedeutendste Komponistin Estlands im 20. Jahrhundert. 

Kadri-Ann Sumera, die ihr Studium an der Estnischen Musikakademie begann und an der Musikhochschule Köln abschloss, ist eine der gefragtesten  Pianistinnen Estlands. Ihr Repertoire reicht vom Barock bis zu zeitgenössischer Musik. Sie hat mehrere ihr gewidmete Kompositionen uraufgeführt und Schlüsselwerke des 20. Jahrhunderts (Messiaen, Cage, Stockhausen) in ihrem Land zur Erstaufführung gebracht. 2000/2001 war sie DAAD-Stipendiatin in Deutschland. 2004/5 nahm sie an der Internationalen Akademie des Ensemble Modern in Frankfurt teil. Als Solistin hat sie u.a. mit Orchestern wie dem Estnischen Staatlichen Symphonieorchester (Leitung Arvo Volmer) oder der Dresden Sinfonietta (Milko Kersten) gespielt. Im Jahr 2015-16 wirkte sie an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt.
Nachdrücklich setzt sie sich für die Musik ihres Vaters, Lepo Sumera, ein. Die Künstlerin hat zahlreiche Aufnahmen für den Estnischen Rundfunk gemacht und ist Gründerin des Ensemble Neue Musik Tartu.

www.kadriannsumera.eu

 

Programm:

 

Arvo Pärt (*1935): Für Alina (1976)                     

Erkki-Sven Tüür (*1959): Sonate (1985)

Ester Mägi (*1922): Drei Meeresbilder (1961) 

Kristjan Kõrver (*1976): Einladung zum Tanz (2001)                               

Maart Saar (1882-1963): Auswahl aus 24 Preludes (1908)           

Rudolf Tobias (1873-1918): Sonatine op. 12 (1912)                 

Heino Eller (1887-1970): Die Glocken (1929)                       

Eduard Tubin (1905-1982): Ballade auf ein Thema von M. Saar (1945)     

Lepo Sumera (1950-2000): Pardon Fryderyk (1980); Klavierstück (1981)

 

Das Konzert wird unterstützt von der Deutsch-Estnischen Gesellschaft Lüneburg

 

Sonntag, 7. Juni 2020, 19:30 Uhr - Elbphilharmonie Hamburg - Kleiner Saal

Utrecht String Quartet


Das Utrecht String Quartet hat sich als eines der renommiertesten Kammermusik-Ensembles der Niederlande längst internationalen Ruf erworben. Seine Vielseitigkeit konnte das USQ zuletzt auf Tourneen nach Frankreich, Deutschland, Australien, Finnland und Kasachstan unter Beweis stellen. In der finnischen Tageszeitung Helsigin Sanomat hieß es: “Its playing is at the same time intellectually analysing andpowerfully expressive”.

Im Jahr 2000 gab das USQ sein England-Debüt in der Conway Hall; seit 2003 ist es regelmäßig in der Wigmore Hall zu Gast. Bei allen wichtigen Kammermusikreihen in den Niederlanden vertreten, wurde den vier Musikern (aus Finnland, Australien, Russland, Deutschland), zu deren Partnern namhafte Instrumentalisten wie Isabelle van Keulen oder Pieter Wispelwey zählen, auch die Ehre einer persönlichen Einladung von Königin Beatrix zuteil.

Mehrfach hat das vor über 30 Jahren gegründete Quartett (abgesehen vom Pult der Bratsche in seitherunveränderter Besetzung) Aufnahmen für Hörfunk und Fernsehen produziert. Seit fünf Jahren gehört der Bratschist Mikhail Zemtsov – Kammermusikpartner von Mischa Maisky, Boris Berezovsky, Janine Jansen, Julian Rachlin – dem Ensemble an, das sich verstärkt auch für das heute vernachlässigte Repertoire einsetzt. Die Aufnahme der Streichquartette von Arthur Lourié erhielt lobende Kritiken (Klassik Heute, Gramophone Magazine) und wurde für den Gramophone Award nominiert. Über die CD mit Werken von Mossolow, van Dieren und Boesmans urteilte das Fachmagazin The Strad: “Theyreproduce with intelligent sensitivity”.

Für ihre 2003 begonnene und jetzt abgeschlossene Gesamteinspielung der Streichquartette von Alexander Glasunow erntete das USQ einhelliges Lob (Fono-Forum, BBC Music-Magazine); ungeteilte Anerkennung auch für die Aufnahme der Streichquartette von Alexander Gretschaninow. Zeitgenössische Komponisten wie Vladimir Mendelssohn, Hans Kox, Uljas Pulkkis, Gordon Kerry und Carlos Micháns haben Werke für das Utrecht String Quartet geschrieben, das bemüht ist, alljährlich neue Kompositionen aus der Taufe zu heben.

www.utrechtstringquartet.com

 

Programm:

 

Alexander Glasunow (1865-1936): Streichquartett Nr. 5, op. 70 (1898)

Igor  Strawinsky (1882-1971): 3 Stücke für Streichquartett (1914/18)

Arthur Lourié (1892-1966): Streichquartett Nr. 2 (1923)

Georgi Catoire (1861-1926): Streichquartett op. 23 (1909)

 

 


Sonntag, 1. November 2020, 11 Uhr (Matinee) - Laeiszhalle Hamburg - Kleiner Saal

Katharina Treutler (Klavier)

Die Pianistin Katharina Treutler verfügt über eine Virtuosität, wie man sie sonst wohl nur bei Instrumentalisten aus Russland oder Ostasien antrifft. Jene seltene Mischung aus spieltechnischer Perfektion und musikalischer Ausdruckstiefe ist es, die Treutler als ideale Liszt-Interpretin erscheinen lässt. Nicht verwunderlich, dass sie für ihre stupende Wiedergabe etwa des berühmten Mephisto-Walzers allerorts regen Beifall erntet.

Aus Erfurt gebürtig, studierte Treutler in Hannover, Tokio, Paris, Madrid und Freiburg bei so anerkannten Pädagogen wie Bernd Goetzke, Jaques Rouvier, Dmitri Baschkirov oder Eric le Sage. International stellt sich auch ihre heutige Konzerttätigkeit dar. Katharina Treutler wurde u. a. vom London Symphony Orchestra, dem Royal Stockholm Symphony Orchestra und dem San Francisco Symphony als Solistin verpflichtet.

Ihre Debut-CD beyond mit Werken von Bach, Liszt, Prokofieff, Messiaen und Ligeti erschien 2018, doch bereits 2015 wurde das Album Final Symphony (des japanischen Komponisten Nobuo Uematsu), bei der Katharina Treutler die Klavierparts übernahm, weltweit digital veröffentlicht und führte darauf in mehr als 10 Ländern die iTunes-Klassik-Charts an. Kommendes Jahr wird Treutler, die in die Liste der Steinway-Artists aufgenommen ist, u. a. in Paris, Bern,Tel Aviv, Jerusalem auftreten – sowie in Leipzig, wo sie dem Lehrkörper der Hochschule für Musik und Theater »Felix Mendelssohn Bartholdy« angehört.

www.katharinatreutler.com

Programm:

 

Bach-Catoire: Passacaglia BWV 582

Bach-Siloti: Präludium BWV 855a

Beethoven: Sonate Op. 31 Nr. 2 (der Sturm)

Schumann-Liszt: Liebeslied (Widmung aus »Myrthen« op. 25) 

Liszt: Variationen über Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen von Bach

Brahms: Zwei Rhapsodien op. 79

 

Karten in Kürze über die Vorverkaufsstellen der Elbphilharmonie